Dienstag, 30. Juni 2015

Geduld gehört belohnt!

Liebe Verfolger dieses Blogs und Leser meiner Geschichten,

endlich ist es soweit und ich kann Euch zu den Leseproben der letzten Tage die versprochenen Enden präsentieren. Auf der Verlagsseite von Emmerich Books & Media werdet ihr eine Vorabversion der ersten drei Geschichten finden. Ebenso Cover, Vorwort, Bibliographie, sowie die Vita meiner Wenigkeit als auch die meiner Illustratorin. Beate Rocholz hat sich mit dem Cover – wie Ihr sehen könnt, falls Ihr das noch nicht hattet – einfach selbst übertroffen.

Aber jetzt mag ich Euch nicht noch länger von den Auflösungen der einzelnen Appetithäppchen abhalten – genügend Geduld habt Ihr wahrlich bewiesen, wie ich finde.


Viel Spaß und bis bald

Euer

Bernar

Montag, 29. Juni 2015

Aus dem Kabinett des Dr. LeSton ... Zum Letzten!

Liebe Leser,

hier abschließend der letzte Happen, bevor das eBook in den Handel geht. Wenn ihr Euch die Anfänge
der letzten beiden Geschichten durchgelesen habt, dürfte Euch klar sein, warum das Büchlein den Titel "Dr. LeStons Kabinett der seltsamen Szenarien" trägt. Zu Recht, oder?


Falls euch das als Aussage nicht genügen sollte, genehmigt euch den Ausblick, den die dritte (und letzte!) Vorgucker-Geschichte bietet. Ihre Überschrift lautet:

Schreibfluss


Warum meldete sich Thomas Rain nicht? Nicht, dass ich die letzten Tage nur auf etwas Wichtiges von ihm gewartet hätte, aber als sein Kollege und Freund macht man sich automatisch so seine Gedanken. Alles andere wäre nicht das, was ich mir unter einer langjährigen Freundschaft vorstelle.
Eventuell war er krank und schlief die meiste Zeit des Tages. Da Thomas alleine lebte, beschloss ich, einfach bei ihm vorbeizufahren. Schließlich lag sein Apartment in Manhattan unweit von meinem, sodass ich gegen Abend etwas früher das Verlagshaus verließ, in dem wir beide arbeiteten: Thomas als Autor und ich als Lektor, der auf das neue Manuskript wartete, was nicht so recht fertig werden wollte. Natürlich saß mir deswegen auch Bill Saunders – unser Verleger und der Eigentümer des Verlags in Personalunion – im Nacken.
Als ich schließlich die Untergrundbahn in der 86. Straße in Richtung Columbus Avenue verließ, zog ich schon den Ersatzschlüssel zu Thomas’ Wohnung aus der Tasche meines Trenchcoats und hastete die wenigen Meter bis zum Eingang des Gebäudes mit der Nummer 517, in dem mein Freund lebte. Die graue Wolkendecke, die schon seit Tagen über dem Big Apple hing, hatte ihre Schleusen bereits vor wenigen Stunden geöffnet und versuchte fortan, die Menschen, die in ihm lebten, mit aller Gewalt fortzuspülen. Und selbst, wenn die Mehrheit der New Yorker daran vielleicht zu glauben begann: Gelingen würde dies nie. Wir New Yorker waren schon immer zäher als wir aussehen.
Mit diesen Gedanken nahm ich die Treppe, um in die 5. Etage zu gelangen, und verließ sie in einen schlecht beleuchteten Gang. Ich konnte zwar nicht viel in dem schummrigen Licht sehen, dass die wenigen Lampen warfen, die noch funktionierten, war aber zum Glück schon oft genug hier gewesen, um die Wohnungstür zum Apartment meines Freundes auch so zu finden.
Zuerst klingelte ich und wartete einen Augenblick ab, ob sich nicht doch etwas hinter seiner Tür tat. Außerdem hatte ich immer noch die Hoffnung, dass er mir antworten oder sogar selbst öffnen würde. Als jedoch nichts geschah, klopfte ich obendrein, bevor ich mir mit dem Nachschlüssel selbst öffnete.
»Thomas? Hey, Junge?«, rief ich, obwohl ich eigentlich keine Antwort erwartete. Und natürlich kam auch keine.
So schloss ich die Tür, nachdem ich eingetreten war, und schaltete das Licht an, um mich im Flur genauer umsehen zu können, der bislang im Dunklen gelegen hatte.
Nachdem mir hier nichts Ungewöhnliches aufgefallen war, arbeitete ich mich Zimmer um Zimmer durch Thomas’ Wohnung. Küche, Wohn- und Badezimmer erbrachten ebenfalls keine Hinweise auf den Verbleib meines Freundes, sodass ich immer unruhiger wurde. Blieben nur noch sein Arbeitszimmer und der Schlafraum. Ich entschied mich für Ersteres, weil es auf dem Weg zu seinem Schlafzimmer lag und dessen Tür zudem offen stand.
Und dort fand ich Thomas endlich. Er saß vor seinem Netbook, das ganz leise vor sich hinsummte.
Irgendwie sah er steif aus und starrte unentwegt – obwohl ich ihn angesprochen hatte, während ich eintrat – vor sich hin.
Seine Augen blickten direkt auf den kleinen Bildschirm und seine Finger ruhten noch wenige Millimeter über der Tastatur seines Rechners.
Ich stupste ihn leicht an seiner rechten Schulter an, doch er reagierte nicht. Selbst als ich dies an seinem linken Unterarm wiederholte, tat sich nichts. Schließlich versuchte ich festzustellen, ob er noch atmete und sein Herz schlug, aber es war bereits zu spät: Mein Freund Thomas Rain war tot!

*   *   *

Hier müssen wir leider den besorgten Freund mit seiner Entdeckung alleine lassen und abwarten, was sich in der Wohnung von Thomas Rain weiter abspielen wird. Die Auflösung (dieser und der beiden vorangegangenen Geschichten) folgt in der kompletten Leseprobe, die bei der Veröffentlichung des eBooks im Laufe des Tages beim Verlag oder auf amazon zu finden sein wird.

So, nun habe ich Euch aber hoffentlich genug für den Anfang verraten.

*  *  *

Von daher bliebt mir nur zu wünschen, dass ihr Euren Spaß mit den literarischen Appetitanregern habt und ich Eure Geduld nicht zu lange strapaziert habe.

Beste Grüße

Bernar


Samstag, 27. Juni 2015

Aus dem Kabinett des Dr. LeSton ... Zum Zweiten!

Willkommen zurück, werte Leser.

Mundete der gestrige Appetitanreger und Euch dürstet es nach mehr?

Nichts leichter als das ...


Heute fahren wir mit dem Beginn der zweiten Geschichte aus der oben genannten Kurzgeschichten-Sammlung fort, die den folgenden Titel trägt:

Amouröse Eskapaden


Ich schlich mich leise neben Raffaela und ihren schlafenden Körper. Zur Hälfte war er von der blassen Seidendecke verborgen, durch die sich alle prägnanten Körperstellen deutlich abzeichneten. Dabei hob und senkte sich die dünne Decke sacht zum sanften Wogen ihres Busens, als meine Augen plötzlich von etwas anderem angezogen wurden …

* * *

Ich wollte gerade meine Sachen anziehen, hielt nun aber inne. Ich ging, nur in meine Unterkleidung gehüllt, zu dem kleinen Kasten hinüber, der aus lauter Gitterstäben bestand. Unwillkürlich dachte ich an einen Käfig, in dem man für gewöhnlich Vögel hielt, aber hier irrte ich.
Ein felliges Etwas schaute mich aus einem kleinen Häuschen aus Holz an. Es war so groß wie meine Hand und sah sich vorsichtig um. Dabei hatte es nicht wirklich Augen für mich, sondern schnupperte, dass seine Schnurbarthaare wackelten.
Es schien etwas zu riechen, dass ihm wohl angenehm war und Vertrauen einflößte. So viel, dass es sich trotz meiner Anwesenheit aus seinem schützenden Versteck hervorwagte.
Zuerst dachte ich an etwas Fressbares, aber sogleich entdeckte ich, was das kleine Tierchen wirklich scharfmachte: Ein kleineres Exemplar dieser Gattung, welches mich an eine besondere Mäuseart oder gar eine Rattenvariante, die mir bislang unbekannt geblieben war, erinnerte.
Jedenfalls schien sie den bis dato wenig regsamen Burschen zu befeuern und brachte ihn ganz aus dem Häuschen, wo er nochmals kurz innehielt. Dann huschte er merklich aufgeregt zu seiner Genossin hinüber, die sich sichtlich darüber zu freuen schien, nicht mehr alleine in einem Palast in Venedig sitzen zu müssen.
Da ging mein Blick kurz zurück zur Nichte des Dogen und ich musste mit einem süffisanten Lächeln daran denken, was wir selbst vor Stunden zusammen miteinander geteilt hatten. Dann ließ ich meine Augen wieder auf dem drolligen Pärchen ruhen, die sich abzuschnüffeln begannen.
Würden sie unserem Beispiel folgen?, dachte ich voller Neugierde so bei mir.

*   *   *

Hier müssen wir leider den neugierigen Protagonisten mit den beiden possierlichen Hamstern alleine lassen und abwarten, was sich denn im Palast des Dogen weiter abspielen wird. Die Auflösung folgt nach einem weiteren Häppchen, die ihr hier zur Geisterstunde in der Nacht von Sonntag auf Montag finden werdet. Dabei wird es sich um den Anfang der Geschichte "Schreibfluss" handeln.

So, nun habe ich Euch aber hoffentlich genug für den Anfang verraten.

*  *  *

Weiterhin wünsche ich Euch viel Freude mit den literarischen Appetitanregern und hoffe, dass ihr Euch erneut in Geduld üben könnt.

Beste Grüße

Bernar


Donnerstag, 25. Juni 2015

Aus dem Kabinett des Dr. LeSton ... Zum Ersten!

Nachdem nun endlich alle Vorarbeiten an der Anthologie "Dr. LeStons Kabinett der seltsamen Szenarien" abgeschlossen sind und Peter Emmerich - seines Zeichens mein Verleger - den Druck der Büchlein in Auftrag gegeben hat, beginnt für mich die schönste Zeit nach dem Schreiben von Geschichten: Dem Vortragen bei Lesungen oder dem Lesen lassen durch Euch Leser.

Dazu werde ich die nächsten Tage immer mal wieder hier auf dem Blog kleine Häppchen zum Anregen eures Lesehungers einstellen.


Heute machen wir den Anfang mit dem Beginn der ersten Geschichte aus der oben genannten Kurzgeschichten-Sammlung, die den folgenden Titel trägt:

Ein neuer Anfang

Der Autor hatte sich bereits die ganze Nacht und den halben Tag damit herumgeplagt, nicht zu wissen, was er als Nächstes schreiben sollte.
Plötzlich begannen die Ideen zu sprudeln, die ersten Worte flogen ihm wie von Zauberhand zu und erfreut begann er niederzuschreiben, was ihm in den Sinn kam.
Ein paar Protagonisten klopften munter an seiner Schädeldecke an und er öffnete ihnen bereitwillig Tür und Tor, um sie einzulassen. Ebenso verfuhr er mit den Antagonisten, die gleichsam in Scharen herbeigeeilt kamen und mir nichts dir nichts in seinen Kopf hineinspazierten.
Dort ließen sie sich häuslich nieder und begannen zügig die Gegend zu erkunden. Aber nicht alle Orte, die der Autor erfunden hatte, waren ihnen angenehm genug. So begannen sie, immer mehr an der eigens für sie erschaffenen Welt zu verändern. Da der Schreibende jedoch ein Mensch mit einem regen Interesse an Ruhe war und sich nichts sehnlicher wünschte, als dass sie hier friedlich zusammenleben mochten, sah er großzügig darüber hinweg und schrieb hurtig weiter.
Nach der Einführung der Charaktere, mit der alles begonnen hatte, wrang er sich nun die Handlung aus dem Gehirn und alles schien in bester Ordnung zu sein.
So entwickelte sich die Geschichte prächtig weiter, aber plötzlich war dies den Romanfiguren nicht mehr genug. Jetzt kamen sie damit an, dass alles, was sich ihr Schöpfer vorzustellen in der Lage war, zu sehr an den Haaren herbeigezogen klang. Es war den Herrschaften schlicht und ergreifend zu fantastisch geworden.
Sie wären ja hier nicht bei Jules Verne oder Karl May, erdreisteten sie sich dem Autor erbost mitzuteilen. Und kein einziges neues Detail, welches dieser ihnen andichten wollte, fand nunmehr ihre Zustimmung. Als Ersatz-Passepartout oder Winnetou für Arme würden sie in der Welt der Literatur zurückbleiben, wo jedes Kind sie auslachen oder zumindest als schlechten Witz ansehen würde.
Dies sei nicht das Los, welches ihnen vom Schicksal vorbestimmt sei, riefen sie voller Bitternis.
Nein, nein. Niemals!
Der Schreiber ihrer Geschichten überdachte die Worte der von ihm erschaffenen Figuren. Natürlich war er über ihre Reaktion nicht erfreut, aber konnte er ihnen böse sein?
Nein. Nein. Natürlich nicht!
Und als ihn einige besonders vertrauensvolle Hauptcharaktere zu einem Frieden stiftenden Gespräch in vertrauter Runde mit Kaffee und Kuchen einluden, war er sehr froh darüber. Der Schöpfer der Romanfiguren war von solch offener Art und Weise, wie die vormals murrenden Charaktere nun auf ihn zugingen, völlig ergriffen. Da keimte Hoffnung in ihm auf, obschon er seine Romanfiguren auf immer verloren geglaubt hatte. Flugs verging der Nachmittag in bester Laune mit schmackhaftem Kuchen, Tee oder Kaffee und bei interessanten Gesprächen über spannende Themen.
In der Zwischenzeit brachen die üblen Burschen, die verschrobenen Gestalten und die grobmotorischen Gehilfen der großen Antagonisten die Aktenschränke des Autors auf, die voller Schnapsideen, Vorplanungen und bereits fertiger Charakterbögen waren, und warfen sie allesamt in die Mitte seines Arbeitszimmers. Hasserfüllte Blicke begleiteten die Bewegungen ihres Anführers, als er aus der Innentasche seines Mantels, eine Schachtel Streichhölzer kramte. Dann schüttelte er sie und die wild gewordene Meute um ihn herum schrie und brüllte wegen all des Ramsches, der da vor ihnen lag, vor Abscheu auf.
Der Mann im schwarzen Mantel schob die Schachtel auf, fischte eines der langen Hölzchen heraus und riss es an. Sofort loderte es auf und fiel, begleitet von aufbrandendem Jubel, mitten in den Papierhaufen. Auf der Stelle glimmte es dort und es roch nach verbrannten Seiten. Das Knacken und Knistern, welches den traurigen Moment untermalte, verstärkte die Freude über ihren vermeintlichen Sieg. Doch so einfach, wie die aufmüpfigen Charaktere es sich vorgestellt hatten, war es leider nicht …

*   *   *

Hier müssen wir leider den geplagten Autoren mit seinen ungezogenen Prota- und Antagonistens alleine lassen und abwarten, was sich denn in dessen Arbeitszimmer weiter abspielen wird. Die Auflösung folgt nach weiteren zwei Häppchen, die ihr hier im Morgengrauen am Samstag und zur Geisterstunde in der Nacht von Sonntag auf Montag finden werdet. Dabei wird es sich um die Anfänge der beiden Geschichten "Amouröse Eskapaden" und "Schreibfluss" handeln.

So, nun habe ich Euch aber hoffentlich genug für den Anfang verraten.

*  *  *

Von daher bliebt mir nur zu wünschen, dass ihr Euren Spaß mit den literarischen Appetitanregern habt und ich Eure Geduld nicht zu lange strapaziere.

Beste Grüße

Bernar