Mittwoch, 11. November 2015

Das etwas andere Interview

Man sagt sehr oft, dass es nicht immer einfach ist, über seinen Schatten zu springen. Vor allem auch, wenn es um Dinge geht, die man sich niemals zuvor hat selbst vorstellen können.

Mir vor wenigen Wochen so ergangen, als ich bei Radio Darmstadt anrief, um etwas Werbung für unsere örtliche Schreibgruppe und deren Vortreffen zum diesjährigen NaNoWriMo zu machen. Auf meine Anfrage hin erhielt ich von der zuständigen Redakteurin den Vorschlag, dazu doch mit ihr ein Telefoninterview zu machen. Ich hörte überrascht, wie ich zusagte und umso mehr noch, als sie fragte, ob ich dazu in ca. einer Stunde Zeit hätte.

Im selben Augenblick dämmerte mir, auf was ich mich da eingelassen hatte und regierte darauf auch noch viel spontaner, als gewöhnlich. Dadurch sollte mir aber kaum Zeit bleiben, meinen üblichen Bedenken Raum zum Entfalten zu geben und so wartete ich gespannt ab.

Wenn man niemals zuvor ein solches Interview gegeben hat, kann man sich natürlich nicht ausmalen, wie sich anfühlt, wenn es dann soweit ist. Dank der vielen Lesungen, die ich während der letzten zwei Jahren gehalten hatte, war ich nicht wirklich nervös, sondern freudigst erregt.

Was wird man gefragt werden und was soll man darauf antworten? Ich hatte natürlich nicht die leiseste Ahnung!

Von daher machte es auch keinen Sinn, das Ganze schon einmal im Vorfeld im Geiste durchzuspielen. Gesetztenfalls man lag richtig mit den Antworten, so wäre es ja nicht raus, dass die fragende Person genau die passenden Fragen dazu stellen würde, die man sich selbst am ehesten vorstellen konnte.
Und mitten in diese Gedankengänge klingelte das Telefon und schon ging es los: Wir sprachen über mich als Autor, meine verfassten Geschichten und natürlich über den NaNoWriMo und die Schreibgruppe, in der ich ein kleiner Teil bin.

Insgesamt war die Zeit recht schnell um und das Interview somit vorbei. Spaß gemacht hat es total und angenehm war es zudem noch. Eine eindeutig positive Erfahrung, die gerne wiederholt werden darf, wenn es nach mir ginge.

Zudem gab es abschließend noch das mich völlig überraschende Angebot einer Lesung über den Äther, das ich sehr gerne annahm und die im November live ausgestrahlt wird.
Wann genau, fragt sich der interessierte Zuhörer vielleicht?

Darüber werde ich in Bälde berichten, wenn mir dieser kleine Versuch eines Spannungsaufbaus gestattet sein darf.


Bis dahin dann mit den besten Grüßen

Euer Bernar


PS.: Hier der Link zum Podcast von Radio Darmstadt, auf dem man sich die Sendung nochmal anhören kann, die etwa 25 Minuten dauert.

Montag, 5. Oktober 2015

Folgt der Frage "Habe ich ein Second Life?" eine kleine Liebeserklärung?

Nach dem letzten Wochenende kann ich das zum wiederholten Male begeistert mit "Durchaus!" beantworten. Auch wenn ich beim wohl famosesten Festival der Künste des Internets, welches ich kenne, nur kurz zu sehen war. Nicht, dass es mir im Kreise so vieler großartiger Künstler nicht gut gefällt und ich mich immer wieder zu tiefst geehrt fühle, als Autor lesend dabei sein zu dürfen.


Ich bewege mich gerne – wie zu meinen Zeiten als PC-Spieler – in grandiosen Landschaften ähnlich wie denen Morrowinds und interagiere zudem gerne mit Menschen, deren räumliche Distanz uns im ersten Leben allzu oft daran hindert. Die Beschäftigung mit ihnen ist mir eigentlich sogar noch wichtiger als der grafische Hintergrund, vor dem sich das alles dann abspielt. Second Life erlaubt mir hier auf einfache Art und Weise – wie am Wochenende ja auch der ein oder andere neue Avatar auf den Lesungen, Kunstausstellunegn und Konzerten feststellen durfte – dies zu bewerkstelligen.


Vielen lieben Dank Küperpunk Korhonen, BukTom Bloch sowie Hydorgol (hier eine Entschuldigung an all die, deren Namen ich hier nicht erwähnt habe, weil ich sie leider noch zu wenig kenne) für die Einladungen in diesem Jahr und die liebevollen Hintergründe, die ihr jeweils zur Verfügung gestellt habt: Ich fühlte mich sehr willkommen bei euch und irgendwie wie zuhause.


Beste Grüße

Bernar


Postskriptum: An alle Lesenden hier, die – vielleicht wegen dem ein oder anderen Vorurteil gegenüber der oben genannten Internetplattform – noch nicht auf Second Life waren, sei geraten: Probieren geht über studieren.
Aber Vorsicht! Ihr könntet vielleicht positiv überrascht werden, so wie ich auch …

Und das aufs Angenehmste!


Hier gibt es übrigens noch ein paar Bilder und Berichte zum Fest der Liebe


© der Fotos liegen bei Markus Gersting

Sonntag, 27. September 2015

Von Autoren in Lesestimmung


Gerade noch wirken die Wehen vom 4. Fechenheimer Literatur-Festival nach, da lauert schon ein weiteres spannendes Leseereignis auf mich als Schreibendem als auch euch als Hörenden.

Die Rede ist vom großartigen Fest der Liebe, das vom kommenden Freitag an bis Sonntag gehen wird.

Lesungen sind allerorten toll, weil man auch etwas von der Umgebung des Lesungsortes wahrnimmt. Wer jetzt aber glaubt, dass ich hier eine Eloge auf die ein oder andere Stadt singe, und dabei vielleicht die ein oder andere damit zurücksetze, soll sich getäuscht sehen.
Jeder Ort hat für sich etwas ganz eigenes, ihn umgibt immer ein ganz besonderer Zauber. Eine Magie, die uns, wie mit jedem Buch, das wir lesen, in Welten zieht, die man sich mit den eigenen Augen beinahe nicht vorstellen kann und hier kommt Second Life ins Spiel.

Die Internet-Plattform, die es jedermann ermöglicht, an allerhand Events teilzunehmen, wo auch immer man gerade ist. Sie ermöglicht es Menschen jeden Alters an jedem Ort der Welt so nah dran zu sein, als säße man dem Lesenden direkt gegenüber. Gerade diese nicht vorhandene Distanz macht die dortigen Lesungen jedesmal aufs Neue zu einem besonderen Erlebnis, weswegen ich mich immer wieder sehr freue, daran als Lesender und Hörender teilhaben zu dürfen.

Und damit gebe ich weiter an den Mann, der meinen bescheidenen Beitrag zum Fest der Liebe, allein durch seine Lokalität - in der sie stattfinden darf - alleine schon zu einem Erlebnis machen wird ...

Burkhard Tomm-Bub aka. BukTom Bloch


Hier noch das Programm zum Großereignis: http://www.sublevel12.de/FdL2015.html

Die Blogparade:

Möwenglanz: Das FDL 2015 - nur noch 6 Tage!

Joey Two Shoes /Sabine Schäfers): Countdown FdL – Noch 7 Tage!

ClaireDiLuna Chevalier: Das FdL 2015 - Noch 8 Tage!

Hydorgol (Markus Gersting): Das FDL 2015 – noch 9 Tage!

Einen Coupe Fechenheim, bitte!

Ich mag auch hier gerne erwähnen, wie mich die Lesung auf dem 4. Fechenheimer Literatur-Festival beeindruckt hat. Veranstalterin Elke Dippel hat es wieder einmal geschafft, eine Menge lieber Kolleginnen und Kollegen der schreibenden Zunft zusammen zu rufen und in zehn Lokalitäten aus ihren Werken vortragen zu lassen.



Begleitet von einer Unzahl an Musikern und Bands gestaltete sich damit ein Ereignis, welches ich in meinem jährlichen Lesekalender nicht missen möchte, und das mir wohl lange Zeit unvergessen bleiben wird.




Euer Bernar



(c)  der Lesungsbilder aus dem Hof des Eiscafés Venezia liegt bei Christine Thomas

Mittwoch, 15. Juli 2015

Ein Pappkarton trifft ein ...

... und verändert alles im Leben eines Schreiberlings.

Wie oft hört und liest man jenen Satz in dieser oder einer anderen Form und jedesmal freut man sich im Stillen oder auch hörbarer für die ganzen lieben und fleißigen Kollegen, welche damit die Veröffentlichung ihres ersten Buches verkünden. Als Schreibender, der an diesem Punkt in seinem Leben noch nicht angekommen ist, kann man zweifelsohne an deren Freude teilhaben. Verstehen auch, aber mit dem Nachempfinden wird es schon schwieriger. Doch damit muss jeder für sich alleine fertig werden.

* * *

Dann ist jedoch der Moment nach allen Mühen, die vor der Geburt eines Buches nötig sind, ...

- das Erfinden der Geschichte
- das Niederschreiben derselben
- das mehrfache Überarbeiten derselben (gefühlte 7-28 mal)
- das Schicken zum Verlag
- das Ganze zurückbekommen
- das erneute Überarbeiten usw. usf.

... gekommen und ein Pappkarton trifft ein und verändert alles im Leben eines ... Autoren!


Von daher möchte ich hier einmal allen Menschen danken, die einen nicht unwesentlichen Anteil an der Schaffung dieses kleinen Schatzes tragen:

Bei Christine, der Liebe meines Lebens, und meinen drei Kindern (Sophie, Philipp & Pascal), die sicherlich immer einmal mehr oder minder auf mich verzichten mussten, weil mir wieder ein paar Gedankenfetzen um den Kopf herumschwirrten und mich von eigentlich wichtigeren Dingen abhielten.

Bei meinen Freunden, denen das gleiche Schicksal widerfuhr, wie den oben Genannten. Ich hoffe es tröstet euch ein wenig, wenn ich sage, dass ihr auf der gleichen Stufe wie sie steht, und das will etwas heißen, oder?

Bei meinem Verleger Peter Emmerich und meiner Grafikerin Beate Rocholz, sowie meinen lieben Kollegen Agga, Sab und San, die sich allesamt leidenschaftlich meiner Texte annahmen.

Und bei allen anderen Schreiberlingen aus den NaNoWriMo-Gruppen aus ...

Frankfurt: David_Turman, Schottinchen, Koboldkind, rinchen, Sambee, Ruby_of_the_Shire, Nocturama, bananarama, Agga, Kranodor und Kim Skott

Mainz: esda, zeitkrank, Lýkospir, Synkona, felitastic und Autschibooklovegirl

Darmstadt: Lýkospir, Christine Th., Zadell Reilly, Adoa, Rylius und Brettchen

Der Chaos-Camper Zentrale: tontaube, Ileen, Regenbogenfeder, Isi (Sorry, für den falschen Nick, aber der andere (All-I-Need) passt mal so überhaupt nicht zu dir ;) ) und Red-Eye

... sowie den vielen lieben, schreibenden Kollegen, die ich auf meinem bisherigen Weg kennenlernen durfte.

All eure Worte und Taten inspirierten mich immerfort und spornten mich immerzu an, dranzubleiben, wenn ich dachte, es ginge nicht mehr weiter.


Seid euch also gewahr, dass ihr alle zum größten Teil daran "schuld" seid, das es das Büchlein mit dem Titel Dr. LeStons Kabinett der seltsamen Szenarien nun auch als Taschenbuch gibt.


Ätsch, ... das habt ihr nun davon und man liest sich

Euer Bernar

Samstag, 4. Juli 2015

Ein eBook, ein Königreich für ein eBook!

So, ihr Lieben,

nachdem ihr doch wieder einmal mehr Geduld haben musstet, als mir eigentlich lieb ist, kann ich euch jetzt die Veröffentlichung der bereits seit längerem angekündigten Anthologie verkünden. Auf Amazon sowie Beam könnt ihr direkt zuschlagen oder mittels der Leseproben noch hineinschnuppern, falls ihr das noch nicht getan haben solltet.

Die Liebhaber bibliophiler Druckerzeugnisse müssen sich allerdings noch ein paar Tage gedulden, da die fertigen Exemplare noch nicht vorrätig (auf dem Weg allerdings schon) sind.


Von daher bis bald

Euer Bernar

Dienstag, 30. Juni 2015

Geduld gehört belohnt!

Liebe Verfolger dieses Blogs und Leser meiner Geschichten,

endlich ist es soweit und ich kann Euch zu den Leseproben der letzten Tage die versprochenen Enden präsentieren. Auf der Verlagsseite von Emmerich Books & Media werdet ihr eine Vorabversion der ersten drei Geschichten finden. Ebenso Cover, Vorwort, Bibliographie, sowie die Vita meiner Wenigkeit als auch die meiner Illustratorin. Beate Rocholz hat sich mit dem Cover – wie Ihr sehen könnt, falls Ihr das noch nicht hattet – einfach selbst übertroffen.

Aber jetzt mag ich Euch nicht noch länger von den Auflösungen der einzelnen Appetithäppchen abhalten – genügend Geduld habt Ihr wahrlich bewiesen, wie ich finde.


Viel Spaß und bis bald

Euer

Bernar

Montag, 29. Juni 2015

Aus dem Kabinett des Dr. LeSton ... Zum Letzten!

Liebe Leser,

hier abschließend der letzte Happen, bevor das eBook in den Handel geht. Wenn ihr Euch die Anfänge
der letzten beiden Geschichten durchgelesen habt, dürfte Euch klar sein, warum das Büchlein den Titel "Dr. LeStons Kabinett der seltsamen Szenarien" trägt. Zu Recht, oder?


Falls euch das als Aussage nicht genügen sollte, genehmigt euch den Ausblick, den die dritte (und letzte!) Vorgucker-Geschichte bietet. Ihre Überschrift lautet:

Schreibfluss


Warum meldete sich Thomas Rain nicht? Nicht, dass ich die letzten Tage nur auf etwas Wichtiges von ihm gewartet hätte, aber als sein Kollege und Freund macht man sich automatisch so seine Gedanken. Alles andere wäre nicht das, was ich mir unter einer langjährigen Freundschaft vorstelle.
Eventuell war er krank und schlief die meiste Zeit des Tages. Da Thomas alleine lebte, beschloss ich, einfach bei ihm vorbeizufahren. Schließlich lag sein Apartment in Manhattan unweit von meinem, sodass ich gegen Abend etwas früher das Verlagshaus verließ, in dem wir beide arbeiteten: Thomas als Autor und ich als Lektor, der auf das neue Manuskript wartete, was nicht so recht fertig werden wollte. Natürlich saß mir deswegen auch Bill Saunders – unser Verleger und der Eigentümer des Verlags in Personalunion – im Nacken.
Als ich schließlich die Untergrundbahn in der 86. Straße in Richtung Columbus Avenue verließ, zog ich schon den Ersatzschlüssel zu Thomas’ Wohnung aus der Tasche meines Trenchcoats und hastete die wenigen Meter bis zum Eingang des Gebäudes mit der Nummer 517, in dem mein Freund lebte. Die graue Wolkendecke, die schon seit Tagen über dem Big Apple hing, hatte ihre Schleusen bereits vor wenigen Stunden geöffnet und versuchte fortan, die Menschen, die in ihm lebten, mit aller Gewalt fortzuspülen. Und selbst, wenn die Mehrheit der New Yorker daran vielleicht zu glauben begann: Gelingen würde dies nie. Wir New Yorker waren schon immer zäher als wir aussehen.
Mit diesen Gedanken nahm ich die Treppe, um in die 5. Etage zu gelangen, und verließ sie in einen schlecht beleuchteten Gang. Ich konnte zwar nicht viel in dem schummrigen Licht sehen, dass die wenigen Lampen warfen, die noch funktionierten, war aber zum Glück schon oft genug hier gewesen, um die Wohnungstür zum Apartment meines Freundes auch so zu finden.
Zuerst klingelte ich und wartete einen Augenblick ab, ob sich nicht doch etwas hinter seiner Tür tat. Außerdem hatte ich immer noch die Hoffnung, dass er mir antworten oder sogar selbst öffnen würde. Als jedoch nichts geschah, klopfte ich obendrein, bevor ich mir mit dem Nachschlüssel selbst öffnete.
»Thomas? Hey, Junge?«, rief ich, obwohl ich eigentlich keine Antwort erwartete. Und natürlich kam auch keine.
So schloss ich die Tür, nachdem ich eingetreten war, und schaltete das Licht an, um mich im Flur genauer umsehen zu können, der bislang im Dunklen gelegen hatte.
Nachdem mir hier nichts Ungewöhnliches aufgefallen war, arbeitete ich mich Zimmer um Zimmer durch Thomas’ Wohnung. Küche, Wohn- und Badezimmer erbrachten ebenfalls keine Hinweise auf den Verbleib meines Freundes, sodass ich immer unruhiger wurde. Blieben nur noch sein Arbeitszimmer und der Schlafraum. Ich entschied mich für Ersteres, weil es auf dem Weg zu seinem Schlafzimmer lag und dessen Tür zudem offen stand.
Und dort fand ich Thomas endlich. Er saß vor seinem Netbook, das ganz leise vor sich hinsummte.
Irgendwie sah er steif aus und starrte unentwegt – obwohl ich ihn angesprochen hatte, während ich eintrat – vor sich hin.
Seine Augen blickten direkt auf den kleinen Bildschirm und seine Finger ruhten noch wenige Millimeter über der Tastatur seines Rechners.
Ich stupste ihn leicht an seiner rechten Schulter an, doch er reagierte nicht. Selbst als ich dies an seinem linken Unterarm wiederholte, tat sich nichts. Schließlich versuchte ich festzustellen, ob er noch atmete und sein Herz schlug, aber es war bereits zu spät: Mein Freund Thomas Rain war tot!

*   *   *

Hier müssen wir leider den besorgten Freund mit seiner Entdeckung alleine lassen und abwarten, was sich in der Wohnung von Thomas Rain weiter abspielen wird. Die Auflösung (dieser und der beiden vorangegangenen Geschichten) folgt in der kompletten Leseprobe, die bei der Veröffentlichung des eBooks im Laufe des Tages beim Verlag oder auf amazon zu finden sein wird.

So, nun habe ich Euch aber hoffentlich genug für den Anfang verraten.

*  *  *

Von daher bliebt mir nur zu wünschen, dass ihr Euren Spaß mit den literarischen Appetitanregern habt und ich Eure Geduld nicht zu lange strapaziert habe.

Beste Grüße

Bernar


Samstag, 27. Juni 2015

Aus dem Kabinett des Dr. LeSton ... Zum Zweiten!

Willkommen zurück, werte Leser.

Mundete der gestrige Appetitanreger und Euch dürstet es nach mehr?

Nichts leichter als das ...


Heute fahren wir mit dem Beginn der zweiten Geschichte aus der oben genannten Kurzgeschichten-Sammlung fort, die den folgenden Titel trägt:

Amouröse Eskapaden


Ich schlich mich leise neben Raffaela und ihren schlafenden Körper. Zur Hälfte war er von der blassen Seidendecke verborgen, durch die sich alle prägnanten Körperstellen deutlich abzeichneten. Dabei hob und senkte sich die dünne Decke sacht zum sanften Wogen ihres Busens, als meine Augen plötzlich von etwas anderem angezogen wurden …

* * *

Ich wollte gerade meine Sachen anziehen, hielt nun aber inne. Ich ging, nur in meine Unterkleidung gehüllt, zu dem kleinen Kasten hinüber, der aus lauter Gitterstäben bestand. Unwillkürlich dachte ich an einen Käfig, in dem man für gewöhnlich Vögel hielt, aber hier irrte ich.
Ein felliges Etwas schaute mich aus einem kleinen Häuschen aus Holz an. Es war so groß wie meine Hand und sah sich vorsichtig um. Dabei hatte es nicht wirklich Augen für mich, sondern schnupperte, dass seine Schnurbarthaare wackelten.
Es schien etwas zu riechen, dass ihm wohl angenehm war und Vertrauen einflößte. So viel, dass es sich trotz meiner Anwesenheit aus seinem schützenden Versteck hervorwagte.
Zuerst dachte ich an etwas Fressbares, aber sogleich entdeckte ich, was das kleine Tierchen wirklich scharfmachte: Ein kleineres Exemplar dieser Gattung, welches mich an eine besondere Mäuseart oder gar eine Rattenvariante, die mir bislang unbekannt geblieben war, erinnerte.
Jedenfalls schien sie den bis dato wenig regsamen Burschen zu befeuern und brachte ihn ganz aus dem Häuschen, wo er nochmals kurz innehielt. Dann huschte er merklich aufgeregt zu seiner Genossin hinüber, die sich sichtlich darüber zu freuen schien, nicht mehr alleine in einem Palast in Venedig sitzen zu müssen.
Da ging mein Blick kurz zurück zur Nichte des Dogen und ich musste mit einem süffisanten Lächeln daran denken, was wir selbst vor Stunden zusammen miteinander geteilt hatten. Dann ließ ich meine Augen wieder auf dem drolligen Pärchen ruhen, die sich abzuschnüffeln begannen.
Würden sie unserem Beispiel folgen?, dachte ich voller Neugierde so bei mir.

*   *   *

Hier müssen wir leider den neugierigen Protagonisten mit den beiden possierlichen Hamstern alleine lassen und abwarten, was sich denn im Palast des Dogen weiter abspielen wird. Die Auflösung folgt nach einem weiteren Häppchen, die ihr hier zur Geisterstunde in der Nacht von Sonntag auf Montag finden werdet. Dabei wird es sich um den Anfang der Geschichte "Schreibfluss" handeln.

So, nun habe ich Euch aber hoffentlich genug für den Anfang verraten.

*  *  *

Weiterhin wünsche ich Euch viel Freude mit den literarischen Appetitanregern und hoffe, dass ihr Euch erneut in Geduld üben könnt.

Beste Grüße

Bernar


Donnerstag, 25. Juni 2015

Aus dem Kabinett des Dr. LeSton ... Zum Ersten!

Nachdem nun endlich alle Vorarbeiten an der Anthologie "Dr. LeStons Kabinett der seltsamen Szenarien" abgeschlossen sind und Peter Emmerich - seines Zeichens mein Verleger - den Druck der Büchlein in Auftrag gegeben hat, beginnt für mich die schönste Zeit nach dem Schreiben von Geschichten: Dem Vortragen bei Lesungen oder dem Lesen lassen durch Euch Leser.

Dazu werde ich die nächsten Tage immer mal wieder hier auf dem Blog kleine Häppchen zum Anregen eures Lesehungers einstellen.


Heute machen wir den Anfang mit dem Beginn der ersten Geschichte aus der oben genannten Kurzgeschichten-Sammlung, die den folgenden Titel trägt:

Ein neuer Anfang

Der Autor hatte sich bereits die ganze Nacht und den halben Tag damit herumgeplagt, nicht zu wissen, was er als Nächstes schreiben sollte.
Plötzlich begannen die Ideen zu sprudeln, die ersten Worte flogen ihm wie von Zauberhand zu und erfreut begann er niederzuschreiben, was ihm in den Sinn kam.
Ein paar Protagonisten klopften munter an seiner Schädeldecke an und er öffnete ihnen bereitwillig Tür und Tor, um sie einzulassen. Ebenso verfuhr er mit den Antagonisten, die gleichsam in Scharen herbeigeeilt kamen und mir nichts dir nichts in seinen Kopf hineinspazierten.
Dort ließen sie sich häuslich nieder und begannen zügig die Gegend zu erkunden. Aber nicht alle Orte, die der Autor erfunden hatte, waren ihnen angenehm genug. So begannen sie, immer mehr an der eigens für sie erschaffenen Welt zu verändern. Da der Schreibende jedoch ein Mensch mit einem regen Interesse an Ruhe war und sich nichts sehnlicher wünschte, als dass sie hier friedlich zusammenleben mochten, sah er großzügig darüber hinweg und schrieb hurtig weiter.
Nach der Einführung der Charaktere, mit der alles begonnen hatte, wrang er sich nun die Handlung aus dem Gehirn und alles schien in bester Ordnung zu sein.
So entwickelte sich die Geschichte prächtig weiter, aber plötzlich war dies den Romanfiguren nicht mehr genug. Jetzt kamen sie damit an, dass alles, was sich ihr Schöpfer vorzustellen in der Lage war, zu sehr an den Haaren herbeigezogen klang. Es war den Herrschaften schlicht und ergreifend zu fantastisch geworden.
Sie wären ja hier nicht bei Jules Verne oder Karl May, erdreisteten sie sich dem Autor erbost mitzuteilen. Und kein einziges neues Detail, welches dieser ihnen andichten wollte, fand nunmehr ihre Zustimmung. Als Ersatz-Passepartout oder Winnetou für Arme würden sie in der Welt der Literatur zurückbleiben, wo jedes Kind sie auslachen oder zumindest als schlechten Witz ansehen würde.
Dies sei nicht das Los, welches ihnen vom Schicksal vorbestimmt sei, riefen sie voller Bitternis.
Nein, nein. Niemals!
Der Schreiber ihrer Geschichten überdachte die Worte der von ihm erschaffenen Figuren. Natürlich war er über ihre Reaktion nicht erfreut, aber konnte er ihnen böse sein?
Nein. Nein. Natürlich nicht!
Und als ihn einige besonders vertrauensvolle Hauptcharaktere zu einem Frieden stiftenden Gespräch in vertrauter Runde mit Kaffee und Kuchen einluden, war er sehr froh darüber. Der Schöpfer der Romanfiguren war von solch offener Art und Weise, wie die vormals murrenden Charaktere nun auf ihn zugingen, völlig ergriffen. Da keimte Hoffnung in ihm auf, obschon er seine Romanfiguren auf immer verloren geglaubt hatte. Flugs verging der Nachmittag in bester Laune mit schmackhaftem Kuchen, Tee oder Kaffee und bei interessanten Gesprächen über spannende Themen.
In der Zwischenzeit brachen die üblen Burschen, die verschrobenen Gestalten und die grobmotorischen Gehilfen der großen Antagonisten die Aktenschränke des Autors auf, die voller Schnapsideen, Vorplanungen und bereits fertiger Charakterbögen waren, und warfen sie allesamt in die Mitte seines Arbeitszimmers. Hasserfüllte Blicke begleiteten die Bewegungen ihres Anführers, als er aus der Innentasche seines Mantels, eine Schachtel Streichhölzer kramte. Dann schüttelte er sie und die wild gewordene Meute um ihn herum schrie und brüllte wegen all des Ramsches, der da vor ihnen lag, vor Abscheu auf.
Der Mann im schwarzen Mantel schob die Schachtel auf, fischte eines der langen Hölzchen heraus und riss es an. Sofort loderte es auf und fiel, begleitet von aufbrandendem Jubel, mitten in den Papierhaufen. Auf der Stelle glimmte es dort und es roch nach verbrannten Seiten. Das Knacken und Knistern, welches den traurigen Moment untermalte, verstärkte die Freude über ihren vermeintlichen Sieg. Doch so einfach, wie die aufmüpfigen Charaktere es sich vorgestellt hatten, war es leider nicht …

*   *   *

Hier müssen wir leider den geplagten Autoren mit seinen ungezogenen Prota- und Antagonistens alleine lassen und abwarten, was sich denn in dessen Arbeitszimmer weiter abspielen wird. Die Auflösung folgt nach weiteren zwei Häppchen, die ihr hier im Morgengrauen am Samstag und zur Geisterstunde in der Nacht von Sonntag auf Montag finden werdet. Dabei wird es sich um die Anfänge der beiden Geschichten "Amouröse Eskapaden" und "Schreibfluss" handeln.

So, nun habe ich Euch aber hoffentlich genug für den Anfang verraten.

*  *  *

Von daher bliebt mir nur zu wünschen, dass ihr Euren Spaß mit den literarischen Appetitanregern habt und ich Eure Geduld nicht zu lange strapaziere.

Beste Grüße

Bernar


Montag, 27. April 2015

Wieder zurück

Zuerst einmal mag ich nur sagen, dass die Marburg-Con aus mehrerlei Gründen einfach nur klasse war: Ganz gleich, ob es interessante Gespräche mit netten Kollegen (wie hier Anja Bagus), ...



... die angebotenen Lesungen ...



... oder das hauseigene Catering waren. Sie alle ließen - wie im letzten Jahr schon - ein angenehmes Wohlgefühl bei mir und meinen Lieben zurück, die mich dorthin begleitet hatten. Das dies zu einer erneuten Teilnahme im nächsten Jahr führen wird, muss ich also sicherlich nicht extra betonen, und soll euch dazu veranlassen, dann auch mal dort vorbeizuschauen.

Im Magazine, welches begleitend zur Convention erschien, ist zudem eine bislang unveröffentlichte Kürzestgeschichte von mir abgedruckt worden, deren Titel ebenso wie die Überschrift dieses Beitrags "Wieder zurück" lautet.

Vielen Dank also liebes Orgateam vom Marburg-Con für diesen in vielerlei Hinsicht mehr als gelungenen Tag.

Donnerstag, 23. April 2015

Im Woogszimmer des Dr. LeSton

Die Tage war es wieder einmal soweit, dass ich eine Lesung im Café Lotte in Darmstadt halten durfte. 



(c) der beiden Bilder liegt bei Lateral Arts

Hier stimmt das Ambiente einfach und Kathi Schünemann, die Inhaberin, versüßt ihren Gästen jeden Tag mit leckeren veganen Kuchen und Suppen. An diesem Abend zudem mit einer ihrer Lieblingsgeschichten "Das Schreckgespenst" von Stephen King.

Danke dafür!


(c) des Bildes liegt bei Nina Gerbig

Dienstag, 21. April 2015

Ran ans Eingemachte

Nachdem der Beginn des Jahres doch ein wenig mehr Trubel als erwartet gebracht hat, brauchte ich ein bisschen Zeit um all die spannenden und anregenden Ereignisse der vergangenen 365 Tage (vor allem hinsichtlich der Schreiberei) sacken zu lassen.

Anschließend war ich mit dem Verfassen der Geschichte Nachtgespenster beschäftigt, die bereits Ende diesen Monats im Amrûn Verlag in der Anthologie Mängelexemplare: Haunted erscheinen wird.


Zudem steckte ich im Lektorat zu Dr. LeStons Kabinett der seltsamen Szenarien, damit auch dieses Taschenbuch bald in den Druck gehen kann. Veröffentlichen wird es Emmerich Books & Media, aber dazu dann in Bälde mehr ...

Jetzt wird es aber wieder langsam Zeit diesen Blog hier ein wenig auf Vordermann zu bringen. Passend zur Jahreszeit mit dem einsetzenden Frühling gilt es den Wildwuchs einzudämmern und die Beete neu zu bestellen. Von daher dürfte es wenig verwunderlich sein, wenn nacheinander drei der hier befindlichen Geschichten (die auch später im Kabinett der seltsamen Kurzgeschichten zu finden sein werden) durch ihre aktuellste Version ersetzt werden. Den Anfang macht dieses Mal die Kürzestgeschichte Gemüse.

Und nun verschwinde ich wieder hinter meinen Schreibtisch und werde das ein oder andere Kurz-Exposè in eine ebensolch lange Geschichte umwandeln. Drückt mir die Daumen!

Bernar