Mittwoch, 25. Dezember 2013

Das war es dann endgültig mit der Bloggerei ...

... für dieses Jahr!

Aber natürlich wird es 2014 (wenn es nach mir geht) genauso eifrig weitergehen, wie 2013, das sich nun ehrfürchtig seinem Ende entgegen neigt. Aufregend war es, interessant und vor allem erfreulich in vielerlei Hinsicht: Sowohl im Leben, beim Schreiben und Veröffentlichen!




Also, macht es gut, bringt Weihnachten noch ordentlich mit Euren Lieben hinter euch und rauscht dann fröhlich ins Neue Jahr ...

Euer Bernar

Freitag, 20. Dezember 2013

DIE Lesung!

Sehr zu meinem Leidwesen muss ich mir selbst eingestehen, dass dieser Post viel früher hätte kommen sollen - nein, sogar müssen!

Denn die Lesung, die Thema dieses Beitrags sein wird, hatte es durchaus in sich, auch wenn sie eher zufällig von mir entdeckt worden war. Nämlich über Michael Buttler, einen Autorenkollegen, den ich vom Lesecafé in Wiesbaden her kenne. Er las vor einiger Zeit mit weiteren Kollegen im Raum 5 in Darmstadt. Und als ich ein wenig auf dessen Veranstaltungsseite stöberte, stach mir die für den 24. November angekündigte Lesung Balfragors böse Lieder und andere Erzählungen des Schreckens von Roland Benz sofort ins Auge.

Zuerst packte mich das Bild des steinernen Götzen, der mich dank meiner wirklich fein funktionierenden Fantasie sofort frösteln ließ und der Titel der Lesung tat natürlich sogleich ihr übriges dazu: Gruselige Schauergestalten, die in finsteren Ecken eines alten Hauses herumlungern und auf die Unachtsamkeit seines Besitzers warten, sowie Bilder von Mortitaten tauchten auf.
Hokuspokus, dachte ich für mich! Allerdings nur meines Geistes wegen, der mir dieserlei Dinge in den Kopf setzte, ohne dass es dafür eine berechtigte Grundlage gab.
In dem Inserat war allerdings nicht vermerkt, um was es denn in den Texten des Autors genau gehen würde, sodass mir nichts anderes übrig blieb, als die Lesung auf gut Glück zu besuchen.

Das tat ich dann auch. Mit einer guten Freundin aus der Frankfurter NaNo-Gruppe und deren Freund und ich muss sagen, dass es sich dabei um die beste Lesung gehandelt hatte, die ich in diesem Jahr besuchte. Nicht nur das die Texte von Roland Benz mir vom Inhalt her sehr gut gefielen, seine Stimme passte auch einfach vorzüglich dazu. Zudem las er einfach hervorragend!

Im Wiederholungsfalle dieser Lesung wird ein Besuch dringend empfohlen.

* * *

Abschließend mag ich noch frohe Kunde tun:

Mittelalteridylle heißt eine der nächsten Anthologien des net-Verlages, die im April nächsten Jahres auf den Markt kommen wird und die etliche Geschichten unterschiedlicher Autoren enthält, unter anderem auch Ein ganz besonderer Waschtag, die aus meiner Feder stammt.



Beste Grüße

Euer Bernar

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Neues aus Anderwelt ... Eine andere Art von Abgesang

Wenn ein Magazin eingestellt wird, wie in diesem Monat leider Neues aus Anderwelt, dann ist das im ersten Moment immer bedauerlich. Vor allem auch, wenn es bislang mit so viel Engagement vom Freundeskreis Anderwelt erstellt wurde. Eine Lücke in der deutschen Phantastik wird bleiben und der Gedanke daran, dass jede Ausgabe für sich Artikel, Rezensionen und Kurzgeschichten enthielt, die beim Leser hängengeblieben sind. Und ist es das nicht, was im Leben zählt: Das man jemanden mit seinem Geschriebenen erreicht?

Ich finde schon.

Von daher wünsche ich den Herausgebern weiterhin alles Gute und vielleicht ...

Ja vielleicht, hört man irgendwann wieder etwas von ihnen in ähnlicher Form. Zu wünschen wäre es ja ...


Vielleicht freut es mich gerade deshalb so, in der 42. und letzten Ausgabe von Neues aus Anderwelt mit einer meiner Geschichten vertreten zu sein, die auf den Titel Liebe geht ganz sicher durch den Magen hört. Da schwingt gleich ein wenig Stolz mit. Danke dafür!

Euer Bernar

Sonntag, 1. Dezember 2013

"And the winner is ... not ..."

Wie bereits angekündigt habe ich ja in diesem Jahr den NaNoWriMo einmal auf eine eher ungewöhnliche Art und Weise durchgestanden.

Ungewöhnlich, wie bereits im vorletzten Post angesprochen, weil ich ihn komplett mit der Hand schrieb und mir das Zählen erst ans Ende des ganzen Schreibereignisses als Belohnung in Aussicht gestellt hatte. Leicht war es nicht nur die Neugierde im Zaum zu halten, sondern auch mit der Hand bis zum Schluss durchzuhalten. Natürlich konnte sich meine Schreibhand nach und nach mit der zu schreibenden Menge an Wörtern arrangieren, doch am Ende wollte mein Kopf einfach nicht mehr so recht. Er war zumeist dagegen, es ohne Computer oder Laptop zu tun, weil er wusste, dass es so viel leichter sein würde, wie in den Jahren zuvor.

Aber aus und vorbei und das Ergebnis steht fest: 47 643 Wörter!

Also habe ich das vorgegebene Ziel des NaNoWriMos mit 50 000 Wörtern theoretisch um einen Wimpernschlag verpasst. Doch das macht mir nichts aus, denn praktisch habe ich ihn für mich gewonnen. Schließlich sprach ich vor dem NaNoWriMo ja davon, diesen aus persönlichen Gründen einmal völlig anders zu versuchen. Der Grund ist schnell genannt:

Ich hatte einfach mein Gefühl für dieses schreiberische Großereignis verloren und für mein Schreiben allgemein. Doch eine tolle Lesung (darüber zu einem späteren Zeitpunkt mehr), eine überstandene Schreibblockade und die Gewissheit, damit nicht alleine zu sein (Frankfurter, Darmstädter & Camp-NaNoiten gleichermaßen), schafften, was ich nicht für möglich gehalten hatte:

Kreative Ideen hielten mit einer zurückkehrenden Muse wieder Einzug und entfachten meine schreiberisches Feuer. Ich war wieder auferstanden.


Euch allen danke und schön zu wissen, dass ich immer dazugehören werde.

Euer Bernar LeSton


Aber bevor es hier noch verloren geht, darf ich noch loswerden, das Das besondere Geschenk bei 1001 Buch als vertontes Türchen Nr. 5 diesen Monat in deren Literarischem Adventskalender zu hören ist. Ein ganz tolle Sache, wie ich finde.



Und wenn ihr schon dabei seit: Ab jetzt werden auch die einzelnen Episoden des Phantastischen Weihnachten bei netnovela eingestellt - jeden Tag eine andere! Viel Spaß damit, ein geruhsames Weihnachtsfest und mal abwarten, ob es in einer gewohnt schönen Bescherung enden wird?



Mittwoch, 6. November 2013

Ein Café in Wiesbaden, in der Blücherstraße ... an Halloween?

Warum denkt man bei einer Lesung mehrerer Autoren an einem herbstlichen Nachmittag sofort an fallende Blätter, stürmische Gewitterwolken und knarrende Fensterläden im Wind?

Vielleicht, weil es so schön dem Klischee entsprechen würde?

Dass dies allerdings nicht zutraf, lag an lauen 20 ° Celsius, fehlenden Sturmböen und klappernden Holzverschlägen vor dem Schaufenster des gemütlichen Treffpunkts der kurstädtischen Autoren, die sich an diesem Tag dort eingefunden hatten.

Unterstützt von einigen Kollegen der näheren (Ju Honisch und Christian Humberg) und ferneren Umgebung (Diana Menschig und Sandra Baumgärtner) stellten Juliane Seidel und Tanja Meurer am 26. Oktober 2013 eine gar schröcklich-schöne Lesung auf die Beine.

Diese bot - außer spannenden Kurzgeschichten und Ausschnitten ihrer frisch-veröffentlichten Romane - auch noch eine kulinarische Verkostung nach denen sich mancher Vampir sicherlich in seinem früheren Leben die Lippen geleckt hätte.

In meinen Augen ein alles in allem gelungenes Leseereignis bei dem ich gerne als Zuhörer dabei war.


Euer Bernar


PS.: Am 16. November 2013 findet im Lesecafé eine Science Fiction-Lesung statt. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr und lesen werden Petra Jörns und B.C. Bolt.

Der NaNo ist tot! Lang lebe der NaNo!

Dieses Jahr werde ich aus persönlichen Gründen wohl einen alternativen NaNoWriMo wagen, der wie folgt aussehen wird:

Ich werde versuchen jeden Tag mittels Hand und Füllfederhalter mein Rohmanuskript in ein schwarzes A5-Büchlein zu schreiben, ohne dabei die Wörter oder die Seiten zu zählen. Am letzten Tag des Novembers wird schließlich Tabula Rasa gemacht und dann werden wir ja sehen, ob es mir nicht auch so gelingt, einen NaNoWriMo zu schreiben - einzig aus dem Gefühl heraus, das tägliche Pensum zu erspüren.

Drückt mir die Daumen!


Euer Bernar

Donnerstag, 31. Oktober 2013

Die erste Veröffentlichung im Handel ...

Verborgene Wesen III – Kryptozoologische Kurzgeschichten

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Kryptozoologische Kurzgeschichten

Unsere Welt, die wir erforscht und erkundet glauben, steckt hinter dem Offensichtlichen voller verborgener Wesen, die sich in ihrer Existenz vor dem Menschen verbergen oder einfach von der zoologischen Beschreibung übersehen wurden, obwohl diese mitten unter uns existieren. Hin und wieder tauchen diese sonst verborgenen Wesen auf und drängen sich in unsere Wahrnehmung. Sei es nun der berüchtigte Yeti aus dem Himalaya, der Bigfoot aus Nordamerika, fliegende Ungetüme wie der berüchtigte Mothman oder Seeungeheuer, die hin und wieder aus den Tiefen auftauchen. Wesen, die wir nur dann wahrnehmen, wenn wir regelrecht über diese stolpern.

Die Kryptozoologie, also grob übersetzt die Studie der verborgenen Tierwelt, ist eine spezialisierte Suchmethodik nach eben solchen Wesen oder den Hintergründen so mancher Legende über Ungeheuer.
Und genau diese vor dem Menschen verborgenen Wesen beflügeln unsere Fantasie und regen zu Geschichten über solche Wesen an. Im dritten Band unserer kleinen kryptozoologischen Kurzgeschichtenreihe haben sich erneut acht Autoren zusammengefunden, um uns an ihren Fantasien teilhaben zu lassen.

Inhalt:

Mertens Gesindehaus von Lily Beier

Rätselhaftes Bermudadreieck von Susanne Haberland

Die Sammlung von Elisa Bergmann

Artgerechte Haltung von Britta Ahrens

Katwambimbi von Detlef Klewer

Der Rüsselwühler von Eileanora Eibhlin

Cethosia cydippe australiensis? von Bernar LeSton

Barometz, Schutz und Schatz in Arborium von Ollivia Moore


Titeldaten

Titel: Verborgene Wesen III
Untertitel: Kryptozoologische Kurzgeschichten
Inhalt: 96 Seiten, Illustriert
Verlag: Twilight-Line, Wasungen, Oktober 2013
ISBN: 978-3-944315-08-9
Der Titel ist als Taschenbuch (7,99 €) und eBook erhältlich.

Freitag, 18. Oktober 2013

Nach der BuCon ... ist auch immer wieder vor der BuCon!

Jetzt ist die letzte Buchmesse Convention fast schon wieder eine Woche her und dennoch wird sie mir - genau wie die im letzten Jahr - einfach lange in Erinnerung bleiben. Die Gründe dafür jedoch später ...

* * *

Zuerst ein Rückblick auf die BuCon 2012:

Damals war es die erste BuCon und alle Eindrücke waren neu. Ein Gewimmel aus Verlegern, Autoren und Besucher beherrschte das Foyer und die große Halle. Unzählige Aussteller boten ihre neuesten Bücher, ältere Werke und sogar antiquarische Schätzchen an. Dazwischen fanden interessante Lesungen aus interessanteren Büchern mit allerinteressantesten Autoren statt. Sie alleine waren schon den geringen Eintritt wert, denn wir zu entrichten hatten.

Eines der Highlights war die Lesung mit Markus K. Korb und die darauf folgende Signierstunde mit dem Autor höchstpersönlich und Christian Krank, dem Illustrator ihres gemeinsamen Buches Schock!.

* * *

Genau ein Jahr später und an gleicher Stelle, spielte sich fast eine Wiederholung des letztjährigen Ereignisses ab:

So, als hätte sich nichts verändert, erschienen mir Land und Leute auf der 2013er BuCon im Gegensatz zum Vorjahr. Die gleichsam angenehme Atmosphäre, ein gut ausgesuchtes Programm an Lesungen und Vorträgen sowie allesamt nette Menschen, denen das Wohl am gedruckten Buch durchaus anzumerken war.

Diesmal blieb allerdings außerhalb der Lesungen (Beyond von Andrea Bottlinger und Gotham Noir von Christian Humberg sowie SchrottT von Uwe Post, dessen humoristische Ader erfrischend komisch rüberkam) auch ein wenig Zeit, um den ein oder anderen Autorenkollegen aus verschiedensten Schreibforen zu treffen oder an manchem Verlagsstand zu verweilen und einen kleinen Schwatz zu halten.

Besonders angenehm das Gespräch mit Alexander Knörr, einem Hausautoren des Twilight-Line Verlages, und Verleger Harald Giersche vom Begedia Verlag zu seiner neuen Anthologie Vierundzwanzig 4-Seiten-Schocker!, die jedoch noch nicht erschienen ist.

Abschließend erlebten wir die fast reibungslos verlaufene Verleihung des Deutschen Phantastik Preises (jedoch gänzlich ohne Markus Heitz (?)), die trotz hohem Spaß-Faktor nicht zu einer Klamotte verkam. Ich mochte den dargebotenen Humor (vielleicht waren wir Teilnehmer der fantastischen Lesung Uwe Posts schon genau auf die entsprechende Wellenlänge eingepegelt?)!




Als krönenden Abschluss der Woche darf die Aufnahme meiner Kurzgeschichte Cethosia cydippe australiensis? in der kryptozoologischen Anthologie des Twilight-Line Verlages, mit dem Titel Verborgene Wesen III gewertet werden.


Zum Feiern ist einem zumute ...

Euer Bernar LeSton

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Den Blick geschärft …

Lange Zeit herrschte hier rege Flaute, die es nun wieder zu verscheuchen gilt. Ein frischer Wind muss her. Ergo, ran ans Blatt und den Kolbenfüller gezückt …

Die Gründe für das Vereinsamen des Blogs waren mannigfaltig, also sollte ich der Reihe nach vorgehen:

Der Juni war im allgemeinen von einer Idee beseelt, die es dann im Juli-Camp des NaNoWriMo umzusetzen galt. Sie handelte von 31 einzelnen Geschichten, die jeweils aus 750 Wörtern bestehen sollten. Inhaltlich wollte ich mich diesmal genretechnisch nicht einschränken lassen. Deshalb ließ ich jeden Tag thematisch auf mich zukommen. Ich nutzte Wikipedia dazu, um auf der aktuellen Tagesseite allerhand Ereignisse der Geschichte, sowie die Geburts- und Sterbedaten von zahlreichen Persönlichkeiten durchzusehen. Irgendetwas sollte mich dabei doch anspringen und daraus galt es dann eine Geschichte zu schreiben, die diese Inspiration atmen würde.

Zuerst ließ es sich langsam an, aber mit der Zeit fiel mir dieser Prozess immer leichter. Am Ende war es einfach nur noch schön mit ansehen zu können, was sich aus einem Wort oder einem Satz entwickeln konnte, wenn man es sich selbst zugestand.

* * *

Der Juli war damit angefüllt, dass ich den Texten aus dem vormonatigen Schreibversuch überarbeiterisch an den Kragen ging.
Das war lediglich von dem Umstand her ungewohnt, weil dies normalerweise nicht meiner üblichen Vorgehensweise entspricht. Zumindest darin, dass die Überarbeitung direkt im Anschluss an den NaNo folgt und die Rohfassung nicht wenigstens ein paar Tage oder Wochen liegenbleibt. Und zwar genau so lange bis man das Gefühl bekam, sie jetzt wieder mal ansehen zu wollen. Machte es dann "Klick!", war es genau der richtige Zeitpunkt dafür, sie zu Ende zu schreiben. Abschließend klappt das dann auch immer.

* * *

Im August erwachte mein Drang mich an Kurzgeschichten-Wettbewerben zu versuchen. Dies war zwar in diesem Jahr nicht das erste Mal, aber nachdem die anfänglichen Versuche im Februar und März nicht erfolgreich verlaufen waren, legte sich dieser erste Anfall ein wenig. Enttäuschung und Ernüchterung waren die Folge und dadurch eine Phase der fehlenden Motivation, die es wegzuschreiben galt.

Doch das war nun vorbei und mit neuem Elan ging ich wieder ans Werk. Zwei, drei Texte entstanden in dieser Zeit, entwickelten sich zu mehr und fanden ihren Abschluss. Schließlich gingen sie sogar auf die Reise zu verschiedenen Veranstaltern unterschiedlicher Ausschreibungen.

* * *

Der September kam schneller herbei als gedacht und brachte zu meiner Überraschung weitere Ideen, die in Texte und Geschichten mündeten. Aus Einigen davon wurde mehr als ein Umriss, aus Manchen mehr als eine Rohfassung und aus Wenigen sogar eine überarbeitete Endfassung. Und diese fanden als Kurzgeschichten ihren Weg zu dem ein oder anderen Verlag.

Antworten auf bereits früher versendete Beiträge zu Anthologien trudelten ein:

Der literarische Rivale wurde vom Begedia Verlag für seine 24 kurze Albträume genommen, die spätestens Ende November gedruckt vorliegen sollen.



* * *

Damit hätten wir dann endlich mal die letzten Monate (nicht nur rein gedanklich) Revue passieren lassen, sondern sie hier auch schriftlich dargelegt.
Somit wäre das Fundament für den Oktober und die nächsten Beiträge gelegt, die dem nächsten schreiberischen Großereignis den Weg ebnen sollen - dem NaNoWriMo im November!!!


Euer Bernar LeSton

Samstag, 21. September 2013

Struktur

Während ich nun die kleinen Veränderungen umgesetzt habe, musste ich leider zwei Kategorien zusammenlegen: Aus den bislang einzelnen Kürzest- und Kurzgeschichten wurde Geschichten* und aus den experimentellen Geschichten wurden die anderen Texte. Die Gedanken blieben so belassen wie sie waren und lediglich die Seite Veröffentlichungen* kam neu hinzu.

*Innerhalb der beiden Seiten Geschichten und Veröffentlichungen hebe ich die unterschiedlichen Arten der Texte, sowie deren Veröffentlichungsform farblich hervor.

Ich hoffe, dass dies etwas zur besseren Orientierung beiträgt.

*   *   *

Und im selben Atemzug freue ich mich außerdem dort gleich eine weitere Veröffentlichung festhalten zu können:

Der Twilight-Line Verlag suchte für seinen diesjährigen Halloween-Sonderband der Dunklen Seiten Geschichten um die Nachkommen der uralten Vampire und deren Jäger. Mein Beitrag dazu heißt Sag' einmal! und wird im Oktober diesen Jahres pünktlich zur BuchmesseConvention vorgestellt werden. Der Name der Anthologie lautet, wie sollte es bei der Vorlage auch anders sein, Draculas Erben.



Angenehmen Grusel wünsche ich schon im voraus ...

Euer Bernar LeSton

Montag, 16. September 2013

Die Umwandlung

Wer von euch Lesern sich nun wundert, was es mit dem Titel dieses Posts auf sich hat, dem sei versichert, dass es nichts mit Gregor Samsa vor noch nach seiner Verwandlung zu einem riesigen Insekt zu tun hat.

Ganz und gar nicht!

Lediglich der Blog erfährt ein paar kleinere Veränderungen im Aufbau. Die Gründe dafür sind aber allesamt positiver Natur:

Zu Anfang galt die Konzeption des Blogs lediglich dem Veröffentlichen einiger meiner Geschichten & anderer Texte. Die Entscheidung dazu war eher einer spontanen Laune geschuldet und auch eine gewisse Neugier spielte keine unwesentliche Rolle. Dies war vor fast einem Jahr ...

... und seit ein paar Tagen hat sich dieser Fokus verändert:

Ich schrieb bislang nur für die eigene Schublade, wagte mich nur ab und an mal, etwas davon in einem Schreibforum einzustellen, was ich auch gerne tat. Am letzten Punkt hat sich natürlich nichts geändert, aber irgendwann wird man mutiger und so verfasste ich seit Jahresbeginn immer mal wieder eine Geschichte, um mit ihr an einem Schreibwettbewerb teilzunehmen. Danach begann stets die lange Zeit des Wartens (was natürlich nur jedem Teilnehmer alleine so ist und alle anderen bleiben davon verschont) bis veröffentlicht wird, was gedruckt werden soll.

Natürlich sind da immer Absagen dabei, die einen dann ein wenig enttäuscht zurücklassen oder Zusagen, wie vor wenigen Wochen, als ich sehr zu meiner Freude eine e-Mail erhielt, in der mir das Anthologieforum mitteilte, dass Aus und vorbei! dort gegen Ende des Jahres in einer ihrer Sammlungen von Kurzgeschichten gedruckt werden wird. Die p.machinery übernimmt das netter Weise und es gibt dabei noch einen zweiten angenehmen Nebeneffekt (insofern man einem kuschligen Leseabend mit einem Buch voller Gruselgeschichten am Fenster mit Blick in den kalten Winter hinaus nicht schon genug abgewinnen kann).. Die Erlöse des Buches kommen einem gemeinnützigen Projekt zugute: Dem Jugendhilfeverein Fähre e.V. nämlich.

Meine Freude darüber ist natürlich riesengroß und dies tolle Gefühl zu beschreiben, einfach unbeschreiblich (auch für einen Schreiberling).

Deshalb werde ich die einzelnen Seiten des Blogs entsprechend umwandeln, um diesem neuen Schritt zu entsprechen.

Hoffentlich führt er euch Leser nicht in die Irre ...

Euer Bernar LeSton

Donnerstag, 23. Mai 2013

Legende und Wahrnehmung


Nel und Tim kommen leise lachend die Treppe herunter und wollen sich wohl gerade heimlich aus dem Haus stehlen. Sie haben nur noch die nötigsten Dinge dabei, den Rest haben sie schon vor Stunden in ihren Ford Fiesta gepackt. „Na, ihr beiden? Seid ihr soweit?“, sage ich und dabei ist mir gar nicht wohl bei dem Gedanken das die beiden Teenager mit ihren gerade mal 16 und 18 Jahren schon auf ein Heavy Metal-Konzert dieser Größenordnung, das auch noch über mehrere Tage gehen soll, fahren wollen. Und dort auch noch zusammen mit vielen weiteren Freunden in Zelten im Freien zu übernachten, lässt bei mir als verantwortungsbewusstem Elternteil natürlich auch keine pure Freude aufkommen. „Ja Mom, mach’ dir mal keinen Kopf.“ sagt unser Junge und seine Freundin stimmt ihm kopfnickend zu. Und wie es da mit den sanitären Anlagen aussehen wird, möchte ich mir auch im Traum nicht vorstellen, denke ich so bei mir. „Ich wünsche euch, dass das Wetter so schön bleibt, und habt viel Spaß.“ Hoffentlich haben sie genug zu essen dabei, geht mir kurz durch den Kopf und betrinken sich nicht sinnlos. Was da alles passieren kann, aber schließlich sind sie noch jung und sie daran nicht teilnehmen lassen würde ihre Entwicklung zur Selbstständigkeit ja auch nicht gerade fördern. Das denke ich gerade noch und im selben Augenblick streichle ich unserem Jüngsten noch kurz über die Schulter, bevor er sie wegziehen kann, und lasse sie, ihnen zuwinkend im Türrahmen stehend, einfach davongehen. Und nun sagen sie mir, ob ich damit grundsätzlich falsch liege?

Nun war es soweit. Meine Tochter hatte uns zwar sicherlich gefragt, ob sie dürfe, aber nach einer Frage hatte es dabei nicht wirklich geklungen. Eher wie ein Nachfragen, um sich nicht später den Vorwurf gefallen lassen zu müssen, nicht um Erlaubnis gefragt zu haben. Sid, ihr aktueller Freund, ein Punk, hatte sich auf ihrem Bett herumflözend natürlich nicht an dem daraus resultierenden Disput beteiligt. So was lehnte er stets ab. Seiner Meinung nach war alles diskutabel, aber nur Dinge, die von unserer Seite kamen. Ihre Ansichten waren immer wohldurchdacht und nachvollziehbar. Ich war mit ihrem geplanten Ausflug zu diesem Punk-Open Air überhaupt nicht einverstanden. Nicht nur, dass sie einfach aufs Geradewohl da hin wollten und ich nicht mal wusste, wer aus der näheren Umgebung auch noch mitfuhr, sondern uns waren im Vorfeld üble Sachen zu Ohren gekommen. Von Sex, Drogen und extremer Musik, die wir nicht nur wegen ihrer Lautstärke, sondern auch wegen ihrer Texte verabscheuten. Und auch der Ort des geplanten Konzerts mitsamt seinen Sicherheitsvorkehrungen war uns mehr als suspekt, aber man versuche das seinen vormals lieben Kleinen einmal klarzumachen, da half alles reden nichts. Aber was soll’s. Ich nickte es innerlich einfach ab und ließ sie fahren, wenn auch mit einem unguten Gefühl.

Wir waren zwar früh losgefahren, aber scheinbar nicht früh genug. Die Straßen waren total verstopft und wir näherten uns dem Gelände, auf dem alles steigen sollte, wenn überhaupt dann nur im Schritttempo. Natürlich waren wir nicht richtig vorbereitet, aber das war uns egal. Aus unserem und unzähligen anderen Autoradios, der anderen Ankommenden, dröhnte laute Musik und man hatte fast das Gefühl, das Konzert hätte schon angefangen. Wir hatten per Zufall davon gehört und uns wie viele andere aus unserer Nachbarschaft auch, einfach auf den Weg gemacht. Natürlich waren unsere Eltern damals nicht wirklich damit einverstanden, aber wir waren ja nicht die Einzigen, die sich einfach darüber hinwegsetzten. Vielleicht würden wir nach unserer Rückkehr bestraft werden, aber das war es uns wert. Und obschon wir wussten, dass wir nicht allein auf dem Weg waren, dachten wir zumindest nicht daran, dass sich dies, wie so vieles andere auch im Nachhinein als Trugschluss erweisen würde. Die Hälfte der Menschen, die dorthin strebten, wurden von der Polizei wieder weggeschickt und hatte das Nachsehen. Und dennoch drängelten sich Stunden später - und da spielten die ersten Bands schon – über eine halbe Million wildfremder Menschen vor der Bühne und versanken größtenteils unter Drogeneinfluss in der Musik. Allein dadurch muss "Soul Sacrifice" von Santana mit dem irre langen Drumsolo, des aus Schweden stammenden jungen Michael Shrieve, ewig angedauert haben. Das man im späteren Verlauf, also wieder zuhause angekommen, herausbekam, dass dort vieles falsch gelaufen war, stand auf einem anderen Blatt. Die Umstände drumherum waren allesamt unzureichend: Die Versorgung mit ausreichend Nahrungsmitteln war schneller als gedacht fast unmöglich geworden. Die sanitären Anlagen waren für diese Menschenmassen völlig unzureichend. Das Gelände durch die starken Regenfälle derart durchweicht und glich einem Truppenübungsplatz. Makaber das dies alles uns extrem viel abverlangte, aber durch den übermäßigen Drogenkonsum fast niemanden zu stören schien. Da ging es den GIs in Vietnam - die sich im Übrigen ja gar nicht so sehr von uns unterschieden - eigentlich nur in der Hinsicht schlechter, dass viele diesen „Trip ihres Lebens“ nicht überlebten. Uns wird immer die Musik, das Verständnis und die Toleranz untereinander während dieses drei Tage andauernden Happenings, das danach oftmals leichthin als Festival in der Nähe von Woodstock bezeichnet wurde, für seine Einzigartigkeit – obwohl es damals durchaus auch noch andere Festivals dieser Art, wie das Monterey International Pop Festival von 1967 oder das Isle of Wight Festival von 1968 - 70 gab - immer in unseren Herzen bleiben und uns nie mehr loslassen.

Ich hatte ein komisches Gefühl und dachte gerade, dass seine Mom nicht wirklich die Wahrheit gesagt hatte, als mir zum Glück noch meine Großeltern über den Weg liefen. Und während sie mich fragten „Na Nelly, geht’s los?“, drückte mich Grandpa noch einmal. Wir erzählten noch mal, was uns alles auf dem Festival erwarten würde und dabei bekamen sie dann wie immer diesen glasigen nach innen gekehrten Blick, als wenn sie gerade etwas genommen hätten und einem leise dröhnenden Drumsolo nachhören würden, was ich mir aber beim besten Willen nicht vorstellen kann ...


© Bernar LeSton in Rüsselsheim, den 05. August 2010

Samstag, 4. Mai 2013

Eine alltägliche Tragödie


Als ich ihre Körper vor wenigen Stunden tot vorgefunden hatte, war ich in Panik davongelaufen. Mein ganzer Stamm vernichtet - alle tot. In den nahen Wald war ich geflohen und dort verbarg ich mich einige Zeit, bis sich nach und nach wieder das gewohnte Gefühl von Sicherheit einstellte, das mich zuvor in unserem Stamm umgeben hatte. Doch dann wagte ich es, wieder so etwas wie Hunger zu spüren. Und da es so nicht weitergehen konnte, musste ich meine Deckung verlassen. Also brach ich auf, diesmal jedoch zur Nahrungssuche...

Und nun lag sie so verlockend vor mir: Die kahle Ebene mit diesem Hügel, der ausladend in die Höhe gestreckt und von goldgelber bis rostroter Farbe war. Knusprig sah er aus. Ich leckte mir die Lippen und bewegte mich vorsichtig aus dem Wald, der in die Höhe ragenden Stämme, heraus. Vorsicht war angebracht, denn mein missliebiger Feind, der auch schon meinen Stamm auf dem Gewissen gehabt hatte, war sicher auch mir schon auf den Fersen. Ich würde die weisen Ratschläge meiner Ahnen jetzt mehr denn je befolgen. Also musste ich schnell handeln - rasch hin, bloß ein bisschen von dem Leckerbissen abreißen und sofort wieder zurück in meine schützende Deckung tauchen. Danach konnte ich mich, wenn ich wieder tiefer in den Wald vorgedrungen und in meiner momentanen Heimstatt angekommen wäre, immer noch daran gütlich tun.

Ich hetzte hinaus, musste nur noch zugreifen und fest genug daran ziehen. Aber natürlich ohne dabei von ihm bemerkt zu werden. Der Duft meiner Beute roch schon beim ersten beherzten Griff danach so gut, dass ich nur ein bisschen davon abgerissen hatte und es bloß noch zu meinem Mund führen musste. Zulange schon hatte ich nichts derart leckeres zwischen meinen Zähnen gehabt, dachte ich ...

KLATSCH!

Matsch!

"Dreckzeugs! Milbereth, das nächste Mal nehmen wir aber den Staubsauger mit dem Winzigsttierfilter!"


© Bernar LeSton in Rüsselsheim, den 16. April 2012

Montag, 22. April 2013

Der Typ auf dem Fahrrad

Nacht. Jede Nacht. Jede verdammte Nacht fährt er vorbei. Der Typ auf dem Fahrrad…

Wochen. Seit Wochen. Seit vielen Wochen schon von der Hauptstraße durch die Fußgängerzone. Der Typ auf dem Fahrrad…

Tag. Am Tag. Am helllichten Tag sagte man mir fuhr er nie hier entlang. Der Typ auf dem Fahrrad…

Monaten. Seit Monaten. Seit einigen Monaten zeigt er auf dem Gesicht keine Regung. Der Typ auf dem Fahrrad…

Geisterstunde. Zur Geisterstunde. Zur verwunschenen Geisterstunde erscheint er erneut und scheint gar erfreut. Der Typ auf dem Fahr… aargh!


© Bernar LeSton in Rüsselsheim, 11. September 2010

Mittwoch, 3. April 2013

Von Wölfen und Schweinchen


Heute mag ich euch mal eine Geschichte anvertrauen, die sich innerhalb unserer NaNo-Schreibgruppe als Hausaufgabe stellte.

Und deshalb hier der Dank nochmal an die liebe S., ohne deren Aufgabenstellung sicherlich eine derart kuriose Mär wohl niemals-nie-nicht meinem Geist entsprungen wär.


Von Wölfen und Schweinchen

Was geschah …

Hinter den sieben Bergen, fast bei den sieben Zwergen ging die Mär um, dass der große, böse Wolf das Haus der drei kleinen Schweinchen umgepustet hätte und diese fast dabei umgekommen seien. Wären ihnen nicht Gevatter Bär, sowie Fuchs und Hase zu Hilfe gekommen, hätte die ganze Sache wirklich böse enden können. So kamen sie noch einmal mit dem Schrecken davon ...

Nachdem die drei kleinen Schweinchen von ihren heldenhaften Rettern aus den Trümmern des Hauses befreit worden waren, wurden sie von der liebreizenden Reizelieb, einer rattenscharfen Biberdame, wieder auf Vordermann gebracht. Dabei half ihr auch der selbstgebrannte Strohrum von Gevatter Bär, den dieser im Schuppen seines Großvaters aufbewahrte und mitgebracht hatte. Und alsbald sollten die Opfer, wie auch die Zeugen der Tat zu dem Fall befragt werden.

Wen's betraf …

Das fiedelnde Schweinchen wusste dabei nur noch seinen Namen zu nennen und zu berichten, wie ihr Haus plötzlich zu wanken und zu schwanken begonnen hatte, bevor es über ihnen zusammengebrochen war.
Das flötende Schweinchen gab dagegen Erstaunliches zu Protokoll, als es offen bekannte: "Ich lasse lieber einen winkeligen Advokaten sprechen!" Und als dieser dann auf seinen patschenden Flossen herangewackelt gekommen war, gab der folgende Erklärung ab: Sein Mandant sei nur ein Cousin dritten Grades der beiden anderen Schweinchen. Wodurch ein für alle Mal mit dem Märchen aufgeräumt war, dass es sich bei den drei kleinen Hausbewohnern allesamt um Brüder handeln würde. Für den Fall selbst aber hatte dieses Geständnis keinerlei Bedeutung, weshalb sowohl der Aussagende als auch sein Rechtsverdreher, der Pinguin, unbestraft blieben.

Wer's geseh'n …

Als Gevatter Bär später seinen flüssigen Treibstoff wieder aus der feuchten Behausung der liebreizenden Reizelieb holen wollte, traf er dort einen der ermittelnden Beamten, den koffeinabhängigen Mäuserich Max sowie Adebar, den Storch. Dessen Aussage, die dort aufgenommen wurde, hatte wahres Sprengpotenzial, weshalb der Schnüffler rasch mit vor Schreck geweiteten Augen ins Präsidium zurückeilte und auf der Stelle eine Gerichtsverhandlung anberaumt wurde.

Wie verfahr'n …

Dort wurde während des Prozesses, den man jetzt gegen die drei kleinen Schweinchen angestrengt hatte, von einer mit Kaffeeflecken übersäten Seite deren Aussagen laut verlesen. Zwei der Ersthelfer kommentierten das nun gerade erklungen wie folgt:
Der Fuchs sprach, "Wenn sich das so zugetragen haben soll, wie ich es eben hörte …"
"... na dann, gute Nacht!", schloss der Hase.

Wer's getan …

Lautes Gelächter ertönte aus der Ecke, wo sich der große, böse Wolf herumlümmelte. Doch der ehrenwerte Richter N. Acht - Eule von Geburt - unterband dies, ohne mit der Wimper zu zucken. Wie denn auch sonst, hm?
Der Igel, der spitzfindige Verteidiger des Graupelzes, stachelte seinen Klienten sowie die drei Opfer dazu an, stets bei der Wahrheit zu bleiben, auch wenn diese sich vielleicht als schmerzhaft herausstellen konnte.

Wie? Wo?? Was???

Ein Weinen, das von einer der hintersten Bänke kam, unterbrach die Verhandlung im Kreise der Tiere und brachte die Wende in dem verzwickten Fall, der anfänglich alles andere als so aussah. Der kleine Wolf, der dort saß und als Sohn des großen, bösen Wolfs total aus der Art geraten schien, aber wenigstens ein ehrliches Fell hatte, rief erbost und deshalb wenig höflich:
"Mein Vater ist nicht alleine schuld. Die dumme Sau hat auch Dreck am Stecken."
Was zu beweisen wäre, sowohl die Sache mit dem Sau-sein als auch mit dem Dreck am Stecken, wobei das schlaue Schweinchen nämlich gewitzt genug gewesen war, diesen heute gar nicht mitzubringen.

Wie's geurteilt …

Und dank eines brillant geführten Kreuzverhörs, welches die Otter in ihrer Position als Staatsanwalt geschickt mittels der Drohung, ein Stinktier als Sachverständigen in diesem Fall hinzuzuziehen, gelang die Überführung des wahren Täters. Dass dies jenem dennoch stank, lag nicht am Stinktier selbst, welches aufgrund der heftigen Proteste aller während der ganzen Verhandlung vor der offenen Tür zum Gerichtssaal bleiben musste.

Was's hinter die Löffel gab ...

Auf jeden Fall wanderten die drei kleinen Schweinchen ins Zuchthaus, was durchaus wörtlich zu nehmen war und das solange, bis ihnen die Schwarte krachte. Und der große böse Wolf kam mit einer Bewährungsstrafe davon. Aber nicht nur weil sich Strafen bei ihm schon erwiesenermaßen bewährt hatten.

Warum's gescheh'n ...

Wie die gerissene Schlange plausibel aufklären konnte, hatte das schlaue Schweinchen seine Rechnung ohne den Wirt gemacht. Adebar hatte als Storch und Betreiber des "Verlorenen Sohnes", Tage zuvor ein Gespräch zwischen Opfer und Tätern belauscht. In diesem ging es um einen Haufen Scheinchen, die den Besitzer wechseln sollten, wenn der Wolf das baufällige Haus der Borstenviecher umblasen würde. Von der Hausratversicherung könnten die Schweinchen dann so viel Zaster herausholen, dass sie sich statt ihres alten und renovierungsbedürftigen Häuschens ein schickes Apartment in der Stadt leisten konnten.

Und die Moral von der Geschichte lautet:

"Versicherungsbetrug versucht doch nun wirklich kein Schwein mehr heute, oder?"


© Bernar LeSton in Rüsselsheim im Mai 2012

Donnerstag, 21. März 2013

Ewiglich schreiben?

Dem ein oder anderen dürfte diese Geschichte ja schon bekannt sein und da sie mir erst kürzlich wieder in den Sinn kam, dachte ich so bei mir: Stell sie doch einfach mal hier ein.

Zugegeben, sie ist schon ein wenig älter, aber ...


Ewiglich schreiben?

"Meine Nase juckt!", dachte Mr. Fullerton und kratzte sich am Kinn. Es ließ nach. Wenige Sekunden später kitzelte ihn sein Grübchen zwischen Mund und Kopfende und er kniff sich in die Nasenspitze. Und siehe da, es gab Ruhe.

Dann zählte er einfach weiter das Geld aus seinem Portemonnaie. Zuerst die Scheine. Bei den Großen fing er an und bei den Kleinen hörte er auf. Dann waren die Münzen dran. Hier verfuhr er genauso. Er schrieb jeden einzelnen Posten haargenau in ein kleines Buch. Es hatte einen grünen Einband und war schon ziemlich vollgeschrieben. Auf jeder Seite stand immer wieder wieviel Geld er, Francis - so hieß Mr. Fullerton mit Vornamen - gezählt hatte. An jedem Tag im Jahr. Vom 1. Januar bis zum 23. Dezember - also auch heute. Und bald, wenn das Jahr um war, bräuchte er wieder ein neues Buch. Er klappte dieses zu und ging zu seiner Schrankwand. Dort standen bereits siebenundzwanzig solcher Büchlein. Sie sahen alle genau gleich aus.

Er kaufte sie immer im gleichen Geschäft. Bei Frott's Schreibwarenhandlung um die Ecke. Direkt daneben lag der Tante Emma-Laden von Margaret Toddle. Mit Emily, seiner Frau, ging er dort immer gemeinsam hin. Nach ihrem Tod unternahm er dies nur mehr alleine und beim darauffolgenden Einkauf ohne sie, brachte er sich damals das erste Büchlein mit …


© Bernar LeSton in Rüsselsheim, den 9. Juni 2011

Donnerstag, 14. März 2013

Loch ...?


Die Wälder sind voller Wasser, vom Himmel herabgestürzt und darin gefangen. Die Bäume geben es erst wieder in der flirrenden Hitze des Tages her. Solange bleibt es in ihren schattigen Spalten verborgen. Als der Quell allen Lebens ist es ein gern gesehener Gast im Kreise der Pflanzen und Tiere - bei kleinen wie großen gleichermaßen. Den Menschen ist es eher im Kleinen lieb und teuer. Im Mittel manches mal nicht so geheuer und im Großen oftmals sogar ungeheuer - wie in einem See?


© Bernar LeSton in Rüsselsheim, den 18. August 2011

Dienstag, 26. Februar 2013

Der alte Mann auf dem Fahrrad


… und ich sah ihn danach nie wieder.

Den alten Mann, der jede Nacht etwa gegen Mitternacht vor unserem Hotel vorbeifuhr. Tagein tagaus - oder wörtlich gesehen eher nachtein nachtaus - tat er das. Wie in einem steten Rhythmus immer und immer wieder. Zahllose Wochen lang.

Das erste Mal sah ich ihn, weiß nicht mehr wann, vom Treppenhaus aus. Rundgang beendet mit dem Schirm über der Schulter noch schnell die Stufen runter und der Feierabend wäre in Reichweite.

Wenige Tage danach kam ich aus der Küche. Salami-Käse-Baguette fürs Abendessen dabei - ja, richtig gehört, wenn der persönliche Morgen tagtäglich um 15:00 Uhr graut. Er fuhr schnurstracks vorbei und vor allem ohne Licht. Aber ich sah ihn dennoch.

Auch beim nächsten Mal war das so. Kein Licht und ich war scheinbar spät dran. Denn vom Keller hochkommend und mit ein paar Flaschen für den Kühlschrank dabei. Ich sah ihn nur noch von hinten, aber egal.

Tags darauf wollte ich gerade einige Listen ausdrucken, als ich ihn wieder wahrnehmen konnte. Diesmal schaute er kurz durch die Frontscheibe zu mir herüber und ich erwiderte seinen Blick. Nur kurz. Zu kurz? Nein, wohl weniger.

Tage später erhaschte ich ihn nur aus dem Augenwinkel heraus. Schon war er um die Ecke gebogen und mir wieder entglitten. Aber er war es. Ganz sicher. Wer sollte es um diese Zeit denn sonst schon gewesen sein?

Anderntags hatte ich schon einen Augenblick vor seinem Auftauchen begonnen, mir meine Gedanken über ihn zu machen. Warum fuhr er hier jede Nacht vorbei? Arbeit? Oder Feierabend? Hätt’ ich ihm gegönnt. Oder etwa ein Schäferstündchen? Aber danach sah er eigentlich nicht aus - zu ungepflegt die Erscheinung, zu nachlässig sein Aufzug. Doch was dann? Oh, da war er wieder. Schon vorbei.

„Sollte ich ihn fragen?“ schoss es mir in der drauffolgenden Nacht durch den Kopf, als seine Zeit wieder gekommen war. Seltsam, seine Zeit und doch war es ja auch meine Zeit. „Was passiert denn hier?“ , fragte ich mich selbst und in mir stieg die Angst empor, dass ich vielleicht durchdrehen würde. Aber das Surren seiner Fahrradkette holte mich wieder in die Realität zurück. Ich stand genau an der geöffneten Eingangstür und rasch verschwand er wieder aus meinem Blickfeld. Aber morgen!

Es war soweit. Heute, fest vorgenommen, würde ich ihn anhalten. Mich vorstellen und ihm einen Kaffee anbieten. Angst davor mich lächerlich zu machen hatte ich allerdings nicht. Wir waren ja in unserer Zeit. Und hoffentlich würde er mir antworten. Auf die Frage, die mich schon lange interessierte. Ein absurder Gedanke kam mir, da: "Was wäre, wenn er gar nicht anhielt? Einfach weiter- und mich über den Haufen fährt.“. Doch davor hatte ich jetzt erst recht keine Angst mehr. Ich kannte ihn schon viel zu lange und auch zu gut. Man würde sich schon verständigen können, aber leider…

Leider kam alles ganz anders. Der Augenblick war da. Ich glaubte, schon das Summen der geölten Kette zu hören. Gleich würde er um die Ecke biegen.

Doch nichts geschah. Die Sekunden verstrichen, die Minuten vergingen und so sehr ich auch wartete und hoffte. Wer nicht kam, war er. Ich weiß nicht mehr genau, wie lange ich dort reglos ausgeharrt hatte, aber irgendwann ging ich wieder nach drinnen. Es hatte plötzlich am Hintereingang geschellt. Ich öffnete, fast wie in Trance. Meine Kollegin war gekommen und sah mich fragend an: „Was ist denn mit dir los? Du siehst aus, als hättest du ein Gespenst gesehen.“ Ich verneinte apathisch, erzählte ihr aber nichts von dem alten Radfahrer. Doch…

… komischerweise hatte ich Angst, dass ihm etwas passiert sein könnte. Und ich sah ihn danach nie wieder …


Anmerkung des Autors:
Es ist schon viele Jahre her, ich war ein Junge von sieben, acht Jahren, da kam spätabends einer meiner Onkel zu uns nach Hause und überbrachte die traurige Nachricht vom Tod meines bis dahin völlig gesunden Großvaters. Er war auf dem Nachhauseweg, durch einen Wald, umgefallen und liegen geblieben. Als man ihn fand, war er schon gestorben und lag einfach nur wie schlafend neben seinem …

… Fahrrad.


© Bernar LeSton in Rüsselsheim, 11. September 2010

Donnerstag, 17. Januar 2013

Von Tag zu Tag

Irgendwie sind manche Tage ertragreicher als andere.

Schwierig bis schier unmöglich zu sagen,
warum das so ist, aber es ist so.

Ganz einfach!



Irgendwie kann man an manchen Tagen besser schreiben als an anderen.

Schwierig bis schier unmöglich zu deuten,
warum das so ist, aber es ist so.

Ganz sicher!



Irgendwie scheinen manche Tage schöner als andere.

Schwierig bis schier unmöglich zu spüren,
warum das so ist, aber es ist so.

Ganz klar!


© Bernar LeSton in Rüsselsheim, den 17. Mai 2012